Rette sich, wer kann

08.05.2015

Der Verursacher eines schweren Verkehrsunfalls wurde selbst verletzt – die Fingerkuppe eines Mittelfingers war abgeknickt und blutete stark. Ein zufällig vorbeikommender Bekannter fuhr den Mann zur Notversorgung in eine Klinik. Erst 40 Minuten später setzte sich der Delinquent mit der Polizei in Verbindung, weshalb er wegen Verkehrsunfallflucht angeklagt und verurteilt wurde. Vor dem Bundesgerichtshof hatte diese Entscheidung jedoch keinen Bestand. Denn: Selbstverständlich habe jeder Unfallverursacher grundsätzlich die Pflicht, alles zur Aufklärung beizutragen und seine Personalien zu hinterlassen. Trotzdem sei er als erheblich Verletzter berechtigt, sich schnellstmöglich behandeln zu lassen. Der Fahrer wurde freigesprochen (BGH, Az 4 StR 259/14).